Europaproject erhält den
Robert-Jungk-Zukunftspreis
Robert_Jungk_Preis.png
Mit dem Robert-Jungk- und einem Sonderpreis ausgezeichnet (von links): Harald Krebs, Geschäftsführer der EUREGIO, Pfarrer Helmut Dessecker und Anja Zimmermann vom Evangelischen Johanneswerk. Foto: Frank Elschner
9. Dezember 2009

Seit einem Jahr betreibt das Evangelische Johanneswerks das erste grenzüberscheitende Wohn- und Pflegehaus in Europa. Das Bültenhaus steht im Grenzgebiet zwischen der deutschen Stadt Bocholt und der niederländischen Gemeinde Aalten. Das zukunftsweisende Projekt wurde jetzt in Düsseldorf mit dem Robert Jungk Preis ausgezeichnet.

„Diese Projekte zeigen neue Wege abseits des Üblichen auf“, lobte Dr. Marion Gierden-Jülich, Staatssekretärin im Generationenministerium Nordrhein-Westfalen, die Preisträger. „Sie zeigen, wie wir den demografischen Wandel für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft nutzen können: Mit Mut, mit Kreativität und vor allem mit Offenheit“, sagte Gierden-Jülich vor rund 400 Gästen im Düsseldorfer Ständehaus.

Der Robert-Jungk-Preis zeichnet als wichtigster landesweiter Zukunftspreis herausragende Projekte, Initiativen und Firmen aus, die mit bürgerschaftlichem Engagement kreative und zukunftsweisende Konzepte zur Gestaltung des demografischen Wandels entwickelt haben. Auslober des Preises sind das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, das Städte-Netzwerk NRW und die Robert Jungk Stiftung Salzburg

Projekt erhält zusätzlich Sonderpreis

Unter der Leitfrage „Wie wollen wir leben?“ hatten sich in diesem Jahr mit 274 Einsendungen so viele Projektinitiatoren wie nie zuvor auf den mit insgesamt 23.000 Euro dotierten Preis beworben. Insgesamt 29 Projekte wurden für ihre vorbildliches Engagement in Stadtteil und Quartier ausgezeichnet.

Das Projekt des Ev. Johanneswerkes, ein großer diakonischer Träger mit Sitz in Bielefeld, erhielt gleich zwei Preise. Neben dem Robert-Jungk-Zukunftspreis 2009 konnten die Verantwortlichen darüber hinaus den Sonderpreis für Engagement in Europa entgegennehmen. Anja Zimmermann, Leiterin Stabsbereich Europa im Johanneswerk, und Pastor Helmut Dessecker, Leiter des Europaprojekts, freuten sich über die Würdigung einer nicht immer einfach umzusetzenden Idee.

Symbol für grenzüberschreitendes Handeln

Das Europaprojekt kann als Symbol für europäisches Handeln über Landesgrenzen hinaus stehen: Im deutschen Suderwick steht das Bültenhaus des Johanneswerks, das in zwölf Wohneinheiten des betreuten Wohnens und in einer Wohngemeinschaft für ältere Menschen Pflege- und Versorgungsdienste anbietet.

Die Besonderheit ist, dass das Bültenhaus mit dem niederländischen Appartement-Komplex des Careaz Dr. Jenny Woonzorgcentrums über eine Brücke verbunden ist. In diesem Herzstück der Einrichtung befindet sich das Wohnzimmer einer binationalen Wohngemeinschaft sowie ein Begegnungszentrum der Kulturen. Das Gemeinschaftsprojekt ermöglicht insbesondere Suderwicker Bürgern, eine wohnortnahe Versorgung im Alter in Anspruch zu nehmen.

Bild 2.png